Handels

Der „Black Swan“ im Handel: Warum die größte Gefahr oft die ist, die niemand auf dem Schirm hat

von Prof. Dr. Carsten Kortum
25.06.2026

Volle Regale. Planbare Nachfrage. Optimierte Lieferketten. Viele Handelsunternehmen steuern ihr Geschäft auf Basis historischer Daten und Prognosen.

Doch dann kommt der Black Swan.

Ein seltenes, kaum vorhersehbares Ereignis mit enormen Auswirkungen so beschreibt es Nassim Nicholas Taleb. Im Handel haben wir davon in den vergangenen Jahren gleich mehrere erlebt:

📦 Plötzliche Unterbrechungen globaler Lieferketten (reicht ein Sandsturm im Suez Kanal)
🦠 Pandemiebedingte Hamsterkäufe und Nachfrageverschiebungen (wenn Haushalte zu Hause große Vorräte anlegen zum Beispiel bei Toilettenpapier)
⚡ Energiekrisen und sprunghaft steigende Kosten (nach Jahrzehnten fehlt uns das billige Gas aus Russland)
🌍 Geopolitische Konflikte und Zolländerungen (Trump lässt grüßen, Straße von Hormuz kennt jetzt jeder)
🤖 Disruptive Technologien wie generative KI oder Social Commerce (es kommt keine Welle sondern ein 🌊 Tsunami war eine CEO Aussage auf dem WRC 2026)

Die wichtigste Erkenntnis: Nicht die exakte Vorhersage (auch nicht mit neuronalen Netzen etc.) entscheidet über den Erfolg, sondern die Vorbereitung auf das Unerwartete.

Für Händler bedeutet das:
✅ Mehrere Bezugsquellen statt Abhängigkeit von einem Lieferanten oder Lieferland, oder auch die Vertikalisierung von Händlern wie bei Schwarz Produktion
✅ Flexible Sortimente und schnelle Entscheidungsprozesse (auch in der Bürokratie von Konzernen)
✅ Datenbasierte Szenarioplanung statt linearer Prognosen
✅ Investitionen in Resilienz und Digitalisierung wie in der Schwarz Gruppe mit TAILWIND und STACKIT
✅ Ausreichende Liquiditätsreserven für Krisenzeiten

Gerade im Handel zeigt sich immer wieder: Unternehmen, die ausschließlich auf maximale operative Effizienz setzen, können bei einem Black-Swan-Ereignis besonders verwundbar sein. Wer dagegen robuste Strukturen aufbaut, kann Krisen nicht nur überstehen, sondern daraus sogar Wettbewerbsvorteile entwickeln. Resilenz liegt strategisch also klar vor Effizienz.

Die spannendste Frage lautet daher nicht:
„Wann kommt der nächste Black Swan?“

Sondern:
„Wie gut ist Ihr Geschäftsmodell darauf vorbereitet?“

👉Auf jeden Fall Taleb lesen!!!

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