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Handels

Selfscanning – Brauchen wir noch Kassierer:innen?

von Prof. Dr. Stephan Rüschen
19.04.2022

Die Selfcheckoutinitiative des EHI erhebt im 2-jährlichen Rhythmus den Status von Selfscanning in Deutschland. Das Wachstum ist mit +137% Geschäften (2021 vs. 2019), die Selfscanning anbieten, rasant.

Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen wird es für den Handel immer schwieriger, Personal zu finden. Daher sind Formen der Automatisierung von Prozessen im Handel willkommen. Zum anderen empfinden Kund:innen das Selfscanning auch bequem. Die Bereitschaft, Selfscanning zu nutzen, steigt ebenfalls.

Sieben Optionen für Selfcheckout

Die möglichen Optionen sind vielfältig: Stationäre Selfcheckout-Kassen (SCO), mobiles Handheld-Scanning, mobiles Smartphone Scanning, Intelligente Einkaufswagen (z. B. Easy Shopper) und Grab & Go sind fünf Formen, die in Deutschland bereits umgesetzt oder sich im Test befinden. Nur das Tunnel Scanning und die Erfassung über RFID haben sich im LEH nicht durchgesetzt.

Viele deutsche Händler setzen bereits mehrere Selfcheckout-Lösungen in Kombination parallel ein. Die schon weit verbreitete SCO-Kasse wird um mobile Varianten ergänzt. Welche Kombination an Selfcheckout-Lösungen sich durchsetzen wird, wird sich zeigen. Die Händler, die noch zögern, haben wegen der Diebstahlgefahr Bedenken. Aber auch für die Diebstahlprävention gibt es technische Hilfsmittel (Kameras, KI zur Identifizierung von ungewöhnlichen Einkaufverhaltens, u.a.).

 

 

 

Tabelle: Selfcheckout in Deutschland (zumindest im Test) Quelle: DHBW Heilbronn

Bereits 20-40% der Kassenvorgänge werden bei Händlern bereits nicht mehr von einer Kassierer:in abgewickelt. Sondern durch Selfcheckout-Lösungen…mit steigender Tendenz.

Die Tests zu Grab & Go (oder auch ‚Pick & Go‘) von Rewe in Köln und Netto in München zeigen, dass auch die technische Entwicklung sehr dynamisch ist. Die Systeme werden präziser und weniger fehleranfällig.

Die Zukunft ist weitestgehend Selfcheckout

Wir werden in Deutschland jedoch noch lange zumindest eine begrenzte Anzahl an traditionellen Kassen benötigen, da es immer noch eine große Zielgruppe gibt, die gerne an eine Kasse geht und bar bezahlen will. Die Zukunft wird aber weitestgehend Selfcheckout sein. McDonalds zeigt wie es werden könnte: 8 Self-Terminals und 1 traditionelle Kasse.

Das umfassendere Whitepaper #13 der DHBW Heilbronn zu ‚Selfcheckout im LEH‘ steht auf www.handel-dhbw.de kostenlos zum Download bereit.

Über die Autoren

Rueschen
Prof. Dr. Stephan Rüschen
Studiengangsleiter bei DHBW Heilbronn | Website | + posts

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