Smart Stores

Zappka eröffnet ersten Grab & Go Store in Deutschland

Amazon eröffnete im Jahr 2016 den ersten Grab & Go Store in Seattle. Die sogenannte Just Walkout-Technologie ermöglicht durch KI (Bilderkennung), Computer Fusion und Sensor Fusion in den Regalen ein reibungsloses Einkaufserlebnis (‚frictionless shopping‘) für die Kund:innen. Es dauerte einige Jahre bis die Technologie mit weiteren Technologie-Anbietern und Händlern auch in Europa Einzug gehalten hat.

Der polnische Convenience Händler Zappka betreibt mittlerweile 50 Smart Stores 24/7 mit der Grab & Go-Technologie von AIFI in Polen und ist damit Marktführer in Europa. Mit seinem ersten Store im Tesla Werk bei Berlin mit Grab & Go Technologie im August 2022 wagt Zappka den Markteintritt in Deutschland und könnte somit ein disruptives Ereignis für die Grab & Go Technologie in Deutschland sein.

In Deutschland bisher nur 3 Tests

Auch wenn es zurzeit eine sehr dynamische Entwicklung von Smart Store 24/7-Konzepten in Europa gibt, zeigen sich etablierte Händler und Start-ups in der Entwicklung im Bereich der Grab & Go-Konzepte gerade in Deutschland noch sehr zurückhaltend (siehe Abbildung 2).

 

Abb. 2: Eigene Darstellung, Stand: Juli 2022

Bisher werden Grab & Go Stores in Deutschland nur von Rewe in Köln (zweiter Store wird in Berlin z. Zt. umgesetzt), Netto MD in München und auf dem Bildungscampus in Heilbronn (shop.box) betrieben. Diese sind jedoch bisher nur als Tests zu bezeichnen und scheinen von einem Roll-out noch weit entfernt zu sein.

Rewe und Netto MD nutzen die Grab & Go Technologie auch nicht als unbemannte 24/7-Lösung, sondern als eine alternative Zahlungsmethode neben dem normalen Kassen-Checkout und dem Kassen-Selfcheckout (SCO). Beide Stores werden durchgängig mit Personal betrieben und haben auch normale Öffnungszeiten. Die shop.box in Heilbronn hingegen ist ein unbemannter 24/7 Store.

Weitere Tests der Technologie sind von einigen deutschen Händlern jedoch bereits in der Planung:

Der neu eröffnete Kübler Go in Stuttgart funktioniert bisher mithilfe von Kassen-Self-Checkout, hat aber angekündigt, dass während des laufenden Betriebs eine KI angelernt wird und der Store ab Spätsommer 2022 als Grab & Go Store mit der Technologie von Walkout Technologies betrieben werden soll.

Ebenfalls ab Spätsommer 2022 soll der neue Rewe Pick & Go in Berlin mit Trigo-Technologie auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Zudem hat Rewe zusammen mit Lekkerland geplant, einen Grab & Go Store unter der Marke Rewe To Go mit dem Technologie-Partner AIFI zu eröffnen.

In Europa (v.a. UK) bereits über 15 Tests, tlw. bereits im Rollout-Modus

In Europa gibt es noch zahlreiche weitere Tests (siehe Abbildung 3) die zeigen, dass ein Rollout des Grab & Go Konzeptes möglich ist. Neben Zappka in Polen sind auch Boxy in Frankreich (27 Stores) und Amazon Fresh in UK (19 Stores) bereits im Rollout-Modus. Die restlichen Betreiber von Grab & Go Stores befinden sich aber mit jeweils einem oder zwei Stores noch in der Testphase.

Abb. 3: Eigene Darstellung, Stand: Juli 2022

Neben der Vielzahl an Betreibern von Grab & Go Stores ist auch die Zahl der technologischen Anbieter für das Konzept deutlich gewachsen:

AIFI und Trigo sind dabei die am weitesten verbreiteten Anbieter, die jeweils mehr als zwei unterschiedliche Betreiber mit ihrer Technologie ausstatten. 

Warum sind die Händler in Deutschland noch zögerlich?

Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Kund:innen in Deutschland bei der Nutzung und Akzeptanz neuer Technologien zurückhaltender. Daher ist mit einem zügigen Rollout der Betreiber in Deutschland nicht zu rechnen. Die Anzahl an Tests der Konzepte (Kübler Go und Rewe/Lekkerland bereits angekündigt) wird jedoch ansteigen. Der Blick nach England und Polen kann uns dabei zeigen, wo ‚die Reise hingehen‘ kann. Eine spannende Frage ist, ob die Grab & Go Technologie für unbemannte und somit autonome Smart Stores 24/7 genutzt werden wird (Zabka, shop.box) oder eher als eine alternative Zahlungsmethode in bestehenden Märkten (Rewe Pick & Go, Netto MD Pick & Go) eingeführt wird.

Die Durchdringung von neuen technologischen Entwicklungen dauert in Deutschland i. d. R. etwas länger und findet mit zeitlicher Verzögerung statt. But the Future happens also in Germany… sooner or later.

 

 

 

 

Podcast #5 – Tante M – Unbemannter Smart Store als Versorgung für den ländlichen Raum

Tante M ist ein unbemannter Smart Store der 24/7 die Versorgung im ländlichen Raum mit Lebensmitteln gewährleisten kann. Christian Maresch (Geschäftsführer von Tante M) erläutert in dem Podcast sein Konzept, die Erfolgsfaktoren und die Expansionspläne.
Das Interview führt Andreas Bitto – Student im Studiengang Handel an der DHBW Heilbronn.

Podcast #2 -Smart Stores 24/7

In dem Podcast wird ein Überblick und Ausblick über die verschiedenen Smart Stores 24/7 Konzepte in Deutschland und Europa gegeben. Es werden die Unterschiede von Walk In’s (z. B. shop.box, Amazon Fresh, Tante Enso, TEO, Emmas Tag und Nacht Markt) und Automated Boxes (z. B. collect.box, TYPY, Twenty47, Regiomat) dargestellt. 
Außerdem werden die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten und Herausforderungen für die Technologien diskutiert.

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