Handels
Blog
BLOG

Trading-up im LEH-Discount und die Erosion von Nonfood: Eine strategische Einschätzung
Die aktuellen Zahlen Anfang April von Norma zum vergangenen Geschäftsjahr mit einem Nonfood-Umsatzanteil von rund 15 % (!!!) erscheinen auf den ersten Blick als Bestätigung der anhaltenden Relevanz dieser Warengruppe im Discount. Auch wenn der Umsatzrückgang von Norma insgesamt mit der schwierigen Nonfood Geschäft begründet wird, sind die Umsatzanteile sehr hoch und dieses liegt sicherlich

Energiekrise: Über den Unsinn politischer Manipulationen des Benzinpreises
Die Kraftstoffpreise sind seit Beginn des Nahostkriegs deutlich gestiegen. Mussten im Februar für einen Liter Benzin (E 10) in der Regel rund 1,75 EUR bezahlt werden, so liegt der Preis Ende März bei ca. 2,05 EUR und damit gut 17 Prozent höher. Der Preis für einen Liter Diesel ist sogar um mehr als 55 Cent

Struktureller Rückgang der Promotionsintensität im LEH und im Supermarktsegment: Implikationen für Preisstrategie, Wettbewerbsdynamik und Kundenaktivierung
Die Promotionsintensität im deutschen Lebensmitteleinzelhandel steht vor einem strukturellen Wandel. Während Preisaktionen über Jahrzehnte hinweg ein zentrales Instrument zur Kundenaktivierung und Wettbewerbsdifferenzierung darstellten, deuten aktuelle Entwicklungen auf eine spürbare Reduktion dieser Maßnahmen hin. Sowohl im Gesamtmarkt als auch im Supermarktsegment zeigt sich ein klarer Rückgang der Aktionsdichte. Vor dem Hintergrund steigender Kosten, veränderter Konsumentenpräferenzen und

Chinas Plattformstrategie: Angriff auf den europäischen Handel nimmt an Dynamik zu
Während in Europa noch intensiv über Regulierung, Marktplatzregeln und Datenhoheit diskutiert wird, verfolgen chinesische Unternehmen längst eine klar erkennbare Strategie: Markteintritt über Plattformen plus langfristige Sicherung über Beteiligungen an Händlern oder Übernahmen von Marken. Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress fungieren dabei wie ein digitaler Brückenkopf. Sie bringen enorme Sortimentsbreite, aggressive Preise und datengetriebene Logistik

Renaissance der Spielwarenbranche: Wachstum, Lizenzdynamik und neue Zielgruppen als Treiber des globalen Marktes
Nach drei Jahren rückläufiger Entwicklung hat sich die internationale Spielwarenbranche im Jahr 2025 deutlich erholt. Aktuelle Daten des Marktforschungsunternehmens Circana zeigen, dass der weltweite Spielwarenmarkt in den zwölf wichtigsten Konsummärkten (G12: Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Mexiko, Niederlande, Spanien, Vereinigtes Königreich und USA) nach dem Tal der Tränen wieder auf Wachstumskurs ist. Der

La Cocos und Schwarz Gruppe: Eine strategische Bewertung des Einstiegs
Markt- und Wettbewerbsstrategie Der Einstieg der Schwarz Gruppe bei La Cocos ist strategisch vor allem als Kombination aus Marktabsicherung und Wachstumsoption zu verstehen. Rumänien zählt zu den dynamischsten Einzelhandelsmärkten in Osteuropa, geprägt von hoher Preisorientierung, hohen Gewinnmargen, wachsender Modernisierung des Handels und gleichzeitig regional fragmentierten Strukturen. Mit der Mehrheitsübernahme sichert sich die Schwarz Gruppe nicht

Die Welt der Zölle
Quelle: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/AP

Kaffeepreise beschäftigen uns alle, dabei gibt es mehrere Preise!
Uns interessieren natürlich die Regalpreise, vorgelagert sind die Röstpreise und die Rohkaffeepreise je nach Sorte. Da lohnt sich ein Blick. Die heute kommunizierte Preisanpassung bei Tchibo lässt sich vor dem Hintergrund der aktuellen Preis- und Korrelationsanalysen klar ökonomisch einordnen, wenn man sich die Preisentwicklung der letzten Jahre anschaut: Die Zeitreihenanalyse der internationalen Kaffeepreise (Jan ’24

Vom Red Ocean zum Green Ocean – warum das klassische Modell im Nonfood-Markt zu kurz greift
Einleitung in das Modell Strategiediskussionen im Handel und in der Konsumgüterindustrie werden seit vielen Jahren stark durch das bekannte Modell der Red-Ocean- und Blue-Ocean-Strategie geprägt. Das von W. Chan Kim und Renée Mauborgne entwickelte Konzept unterscheidet zwischen zwei grundlegenden Wettbewerbslogiken (Kim & Mauborgne, 2005): Im Red Ocean agieren Unternehmen in bestehenden, klar definierten Märkten.

Wirtschaftswachstum in Deutschland: Was braucht es dafür?
Es ist viel die Rede von der deutschen Wachstumsschwäche. Manchmal ist es deshalb hilfreich, die Diskussion wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Häufig wird Wirtschaftswachstum, definiert als Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP), mit einem Konjunkturaufschwung gleichgesetzt. Ein Konjunkturaufschwung kommt zustande, wenn bestehende Produktionskapazitäten durch eine Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage stärker ausgelastet werden. Zusätzliche Staatsausgaben

Siegeszug der Private Labels: Handelsmarken auch 2025 auf Wachstumskurs
Laut Statistischem Bundesamt ist der deutsche Einzelhandel 2025 um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Preisbereinigt beträgt das Plus immerhin noch 2,7 Prozent. Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) legt zwar nominal ähnlich stark zu (+3,4%), preisbereinigt wird jedoch nur ein Wachstum von 1,1 Prozent erreicht. [1] Ein Blick in die Daten des Shopper Panels von YouGov liefert

Kondratieff-Wellen im Handel: Innovationsgetriebene Wachstumsphasen als Erklärung langfristigen Strukturwandels
Wissenschaftlicher Begleittext zur Abbildung (Handelsinnovationen, ohne Industrieinnovationen)

Die Qualitative Inhaltsanalyse
Eine Orientierungshilfe für die Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten Viele Studierende nutzen für die Erstellung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten Interviews als Methode zur Datenerhebung. Im dritten Teil dieser Serie wird explizit herausgearbeitet, was bei der Planung und Durchführung von (Experten-) Interviews zu beachten ist (Link). In diesem vierten Teil widmen wir uns nun der Auswertung der erhobenen

Feuerwerk im Lebensmitteleinzelhandel 2025: Sortiment, Preisrange und was die Prospekte wirklich zeigen
Der Feuerwerksverkauf im Lebensmitteleinzelhandel folgt in Deutschland einem sehr engen Zeitfenster – und genau das macht ihn aus Handelssicht so spannend: wenige Verkaufstage, hohe Nachfrage, starke Aktionslogik, gleichzeitig aber auch wachsende Sensibilitäten rund um Lärm, Feinstaub und lokale Verbotszonen. Für den Jahreswechsel 2025/2026 lag der Fokus im LEH (wie üblich) auf Kategorie F2 – mit

Weihnachten beginnt früher, als viele Händler denken: Empirische Befunde zum Such- und Klickverhalten deutscher Konsument:innen
Aktuelle Daten der Weihnachtsstudie von kaufDa mit der DHBW Heilbronn legen nahe, dass das Weihnachtsgeschäft 2025 weniger einem Last-Minute-Phänomen entspricht, als einer mehrwöchigen, kategorial differenzierten Konsument:innenreise. Besonders interessant: Der soziale und kulinarische Charakter des Festes tritt deutlich stärker hervor als gängige Handelsnarrative und Erfahrungen vermuten lassen. Untersucht wurden die täglichen Klicks auf der kaufDa-Plattform. Die

Smart Store 24/7 – Tankstellenmarkt sucht nach der richtigen Lösung
Neben vielen anderen Branchen (LEH, Metzger, Travel Retail, etc.) will auch der Tankstellenmarkt die Innovationen im Smart Store 24/7-Segment nutzen, um das Shopgeschäft in unbemannten Tankstellen auf ‚neue Beine‘ zu stellen. Dabei werden alle Technologien, die von Smart Store 24/7 bekannt sind, in mindestens 24 Tests in Deutschland getestet (siehe Abbildung). Es geht zum einen

Small Talk in E-Mail-Verhandlungen: Wie das kalte Medium „E-Mail“ zwischenmenschlich attraktiv wird
Zwischen Misstrauen und Kooperation, zwischen Stillstand und Einigung. Verhandlungen per E-Mail gehören längst zum geschäftlichen Alltag. Sie sind effizient, zeitsparend und dokumentierbar, aber sie haben einen entscheidenden Nachteil. Sie sind unpersönlich. Wo in klassischen Gesprächen durch Tonfall, Mimik und Gestik Vertrauen erzeugt wird, bleibt im digitalen Schriftverkehr nur das geschriebene Wort. Studien zeigen, dass genau

Anmerkungen zum Gutachten der Monopolkommission „Wettbewerb in der Lebensmittellieferkette“
Die Versorgung mit Lebensmitteln sowie deren Preise sind gesellschaftlich und politisch hoch sensible Themen, berühren sie doch ein fundamentales Bedürfnis der Menschen. Brotknappheit und die daraus resultierenden Preissteigerungen gelten beispielsweise als Auslöser der Französischen Revolution. Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine 2022 sind die Lebensmittelpreise hierzulande kräftig angestiegen. Laut Statistischem Bundesamt lag die Inflationsrate

Ist der Bio-Markt ‚Back on Track‘? Ja!
Die Folgen des Ukraine-Konfliktes waren ein Rückschlag für den Bio-Markt. In 2022 reduzierte sich der Bio-Umsatz erstmalig (Ausnahme 2009 Weltwirtschaftskrise) um -3,5%. 2023 und 2024 konnte sich der Umsatz erholen, allerdings im Wesentlichen nur auf dem Niveau der Gesamtumsatzentwicklung im LEH. 2025 zeichnet sich ein deutlich höheres Umsatzwachstum ab, so dass die Umsatz-Entwicklung bei +10%

REWE App: Der unterschätzte Schmerz des Verpassens
Wer kennt das nicht: Nach dem Einkauf zeigt die Händler-App an, welche Rabatte man hätte bekommen können – wenn man den digitalen Coupon aktiviert hätte. Bei meinem Einkauf waren es 0,40 €, angezeigt auf dem gedruckten Bon. Die App wurde ja nicht verwendet. Dieser Moment ist mehr als nur ein kleiner Frust. Er trifft einen

Wieso erhöht AB InBev wohl die Preise – gerechtfertigt oder überzogen?
Konkreter Anlass:Laut Edeka fordert AB InBev aktuell eine „drastische Preiserhöhung“ im Millionenbereich für Marken wie Beck’s, Franziskaner, Corona, Löwenbräu, Hasseröder, San Miguel etc. Edeka argumentiert, diese Höhe sei nicht durch gestiegene Produktionskosten gedeckt. Allgemeiner Kontext bei AB InBev: AB InBev setzt seine Wachstumsstrategie seit Jahren stark über Price/Mix um: also weniger Volumenwachstum, dafür höhere Durchschnittspreise